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Swing - Der BDT-Tanz des Jahres 2019

Jährlich kürt der BDT einen Tanz zum Tanz des Jahres. Unser Tanz des Jahres 2019 ist der Swing. Mit Swing wird eine ganze Familie von Tänzen bezeichnet, die Ende der 1920er Jahre in den USA entstanden sind. Lindyhop, Shag und Balboa stehen im Mittelpunkt des BDT-Tanz des Jahres 2019.

In den BDT-Tanzschulen finden sie 2019 spezielle Workshops und Kursangebote sowie deutschlandweite Aktionen zum Tanz des Jahres 2019.

Mehr über den Swing

Blütezeit waren die 1930er und 1940er. Zu den Swing-Tänzen gehören unter anderem der Lindy Hop, Charleston, Shag, Balboa, West Coast Swing, Boogie-Woogie, Cakewalk und Big Apple. Im weiteren Sinne kann man auch den Jive,  Ceroc / LeRoc / Roc, Bugg und Rock ’n’ Roll zu den Swing-Tänzen zählen. Auch der Discofox bedient sich bei Elementen aus dem Swing.

Swing ist ein Rhythmus, der sich aus schwarzen Afro-Rhythmen (Yoruba und Bantu, von den aus Afrika verschleppten Sklaven in die USA gebracht) und weißer Marschmusik (von den europäischen Einwanderern) bildete, und in allen älteren Formen der Jazzmusik vorherrscht.

Geschichte

Der Tanz entstand in den 1920er Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swing-Musik weiterentwickelten. Die Energie des Tanzes, die jazztypische Improvisation und die Offenheit für andere musikalische und tänzerische Einflüsse hat zu einem weiten Spektrum an typischen Bewegungselementen geführt, das sich bis heute weiter entwickelt und erweitert.

Die ursprüngliche Variante des Tanzes stammt aus dem Tanztempel Savoy Ballroom in Harlem (New York) und wurde als Lindy Hop oder Savoy-Style Swing bezeichnet. Bei der weiteren Verbreitung wurden Einflüsse anderer Tänze wie Shag aufgenommen.

Die bekannteste Variante ist der Hollywood-Style Swing. Er wurde vor allem für die Filmindustrie in Hollywood getanzt und heißt nach seinem ersten Vertreter auch Dean Collins Style. Um die Wende der 1940er/50er Jahre entstanden, war er das weiße Pendant zum „schwarzen“ Savoy-Style. Es kam darauf an, möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, d. h., es wurden vermehrt Show-Elemente eingesetzt, der Tanz wurde extrovertierter und verlor viel von seinem ursprünglichen Charakter.

Als die populäre Musik von Swing zu R&B und den Anfängen des Rock ’n’ Roll weiterging und in den USA die Anfänge einer medial gestützten Pop-Kultur entstanden, entdeckten zunehmend Teenager den Tanz, die ihn an die neuen Musikstile adaptierten.

Vor allem die Medien und die weiße Bevölkerung nannten den Swing-Tanz auch „Jitterbug“. Die GIs brachten ihn im und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa. Hier entwickelte sich daraus unter dem Einfluss des etwas anderen Sounds der europäischen Tanzbands und der tänzerischen Fertigkeiten der europäischen Mädchen der Boogie-Woogie, für den der Hollywood Style wohl das wichtigere Vorbild war. Es handelt sich um neuere Variationen der Swingtänze. 

Mit Rock ’n’ Roll, Disko-Kultur und dem Niedergang der Big Bands verlor der Swing an Beliebtheit. Reste hielten sich im East bzw. West Coast Swing in den USA, im Ceroc / LeRoc / Roc in Frankreich und Großbritannien und im Bugg in Schweden. Auch im Jive, einem der fünf lateinamerikanischen Tänze des Welttanzprogrammes, wurden einige der Grundelemente des Swing für den europäischen Turniertanz normiert.

Seit etwa 1985 gibt es (ähnlich dem argentinischen Tango und kubanischen Salsa) ein Lindy-Hop-Revival, das in Europa von Schweden ausgeht. Dort findet auch einer der alljährlichen internationalen Swing-Höhepunkte, ein fünfwöchiger Swing-Workshop im schwedischen Herräng, statt.

Tanzformen

Der Grundschritte der Swing-Tänze bestehen meist aus acht („eight-count“, v. a. Lindy Hop, Charleston, Balboa, Cakewalk, Big Apple etc.), oder aus sechs („six-count“, v. a. East-Coast Swing, Collegiate Shag, Jive, Boogie-Woogie) Zählzeiten. In den meisten Swing-Tänzen finden sich aber auch Figuren mit mehr oder weniger Schlägen.

Swing wird (mit Ausnahmen) im 4/4 Takt bei ca. 20 bis 60 BPM getanzt.

Es gibt im Swing zahlreiche bekannte Choreographien, zum Teil aus den 1930er und 1940er Jahren, wie den Shim Sham, die California Routine, den Tranky Doo oder die Big Apple Choreographie. Während diese Choreographien zum Teil keine Paartänze - und damit untypisch für den Swing -  sind, so enthalten sie wichtige Wurzeln des Swing-Tanzes, wie Jazz- und Stepptanz-Schritte, Rhythmen und Elemente. Manche dieser Choreographien passen nur zu bestimmten Liedern, andere können auf nahezu jedes Lied in dem häufig verwendeten 32-Takt-Schema des Jazz getanzt werden.

Quellennachweis: Text Stefanie Brackmann (BDT) mit Material von Wikipedia